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Melbourne

19. Oktober 2002

Florian am Strand von Singapur

37,6° S / 145° E - Wir sind in Melbourne.

Insgesamt 27 Stunden Flug liegen hinter uns. Rund fünf Stunden davon hatten wir Aufenthalt in Singapur. Zu unserem Glück kann man dort am Flughafen eine kostenlose Stadtrundfahrt buchen, sogar ohne ein Visum für den Zwergstaat zu haben. So konnten wir uns immerhin einen ersten Eindruck von der Stadt machen und am Strand den Sonnenuntergang genießen.

Auf dem anschließenden Weiterflug hatten wir leider keinen Fensterplatz mehr, so dass wir von dem Sonnenaufgang über Südaustralien und dem Landeanflug auf Melbourne nur am Rande etwas mitbekommen haben.

Nach der Landung und dem Marsch durch Passkontrolle, Gepäckausgabe, Zoll- und Quarantäne-Prüfung haben wir am Flughafen einen Pickup-Service ausgemacht, der uns zu unserem Hotel " Bakpak" gebracht hat. Leicht heruntergekommen und nicht unbedingt billig, aber okay für Melbourne. Und es liegt so nah am Zentrum der Stadt, dass man problemlos dorthin laufen kann.

Flinders Street Station
Hauseingang in der Swanston Street
Panorama am Yarra River

Genau das machen wir dann auch, nachdem wir uns ein wenig ausgeruht haben. Entlang der Swanston Street geht es zunächst quer durch die Innenstadt Richtung Flinders Street Station. Der 1905 erbaute Bahnhof liegt direkt am Nordufer des Yarra-Rivers. Wir nehmen die Princess Bridge über den Fluss und laufen weiter am linken Yarra-User flussaufwärts bis zum Botanischen Garten. Neben rund 12.000 meist einheimischen Pflanzenarten findet man dort unter anderem auch hunderte von Flughunden (Flying Foxes). Die Tiere gehören zu den Fledermäuse, sind jedoch anders als die meisten Fledermausarten tagaktiv und außerdem recht groß. Sie fliegen oder hüpfen kreuz und quer durch den Park und machen einen ziemlichen Lärm. Man sollte ihnen nicht zu nahe kommen: Einer unserer Reiseführer ist ihnen zum Opfer gefallen.

Am Abend bummeln wir zunächst durch China Town gebummelt und suchen uns etwas zu Essen. Man merkt die Nähe zu Asien. Das Essen ist schon anders, als in einem China Restaurant in Deutschland. Aber auf jeden Fall sehr empfehlenswert.

Nach dem Essen laufen wir Richtung Theaterhaus und Casino: Melbourne bei Nacht. Interessant und absolut empfehlenswert sind vor allem die Wasserspiele im Casino. Eine faszinierende Kombination aus Musik, Lichteffekten und mehreren passend gesteuerten Springbrunnen. Mit eingebunden in die Show sind auch die Springbrunnen und Fackeln vor dem Gebäude, direkt am Ufer des Yarra.

Southbank Promenade mit Casino
CBD bei Nacht
CBD bei Nacht

20. Oktober 2002

Somewhere in Carlton

Heute haben wir erst mal verschlafen. Der Jetlag ist anscheinend noch nicht überwunden. Da es im Hotel nichts mehr zu essen gibt, haben wir uns in der Stadt ein Frühstück gesucht. Anschließend geht es Richtung Fitzroy und Carlton, zwei der ältesten Stadtteile Melbournes, die sich im Nordosten an die Innenstadt anschließen. Die schönen, meist zweistöckigen viktorianischen Holzhäuser geben einen guten Eindruck davon, wie die Stadt früher einmal ausgesehen hat.

Coops Shot Tower

Auf dem Rückweg machen wir einen Abstecher in das Einkaufzentrum Melbourne Central. Dieses steht an der Ecke LaTroube Street / Swanston Street. Mitten in dem Einkaufszentrum erhebt sich unter einer riesigen über 80 Meter hohen Glaskuppel der Coops Shot Tower. Der Turm selbst ist ca. 50 Meter hoch und wurde 1890 erbaut. In ihm wurden einst Schrotkugeln produziert, in dem das Blei erhitzt und anschließend von oben herab in ein Wasserfass getropft wurde. Im Fall formt das Blei nahezu perfekte Kugeln, die im Wasser landen und erstarren.

Nach einem kurzen Gang über den Queen Victoria Markt laufen wir weiter zum Melbourne Aquarium. Das absolute Highlight hier ist der Glastunnel durch das Ozean-Becken. Scheinbar zum Greifen nah schwimmen Haie, Thunfische, Rochen und viele kleinere Arten über die Besucher hinweg.

Hai im Aquarium
Korallen im Aquarium
Einzelne Qualle im Aquarium

21. Oktober 2002

Känguru auf der Warrook Cattle Farm

Am späten Vormittag fahren wir mit einem der vielen Gray-Line Busse raus nach Philip Island. Die Route führt zunächst nach St. Kilda, einem leicht heruntergekommenen aber gerade deswegen sehr schönen Vorort direkt am Meer. Von dort geht es entlang der Küste zur  Warrook Cattle Farm. Hier leben zahlreiche große Kängurus, die vermutlich den ganzen Tag nichts anderes machen, als darauf zu warten, von irgendwelchen Touristen gefüttert zu werden.

Nach einer guten halben Stunde fahren wir weiter auf die Insel. Der nächste Halt ist das Koala Conservation Center. Auf Holzgängen kann man durch den Wald gehen und Koalas beobachten - wenn man sie findet. Es ist nämlich gar nicht so einfach, die ziemlich verschlafenen und gut getarnten Tiere in den Bäumen zu entdecken.

Tux

Der Höhepunkt des Ausfluges ist ganz klar die  Pinguin Parade. Jeden Abend kurz nach Sonnenuntergang kommen tausende von Pinguinen aus dem Meer ans Land, um in den Dünen ihre Jungen zu füttern. Die  Fairy-Zwergpinguine sind gut 30 cm hoch. Sie sind die einzigen Pinguine, die nur Nachts an Land gehen. Dabei lassen sie sich aber auch nicht von den vielen Touristen abschrecken. Die Zwergpinguine lieferten übrigens auch die Vorlage für Tux, das Linux-Maskottchen.

Zugegeben, die Szenerie ist ein wenig skurril: Da sitzen ca. 3.000 Menschen auf einer Tribüne direkt am Strand und starren auf das Wasser. Links und rechts von der Tribüne stehen große Flutlichtscheinwerfer und lassen den Strand taghell erscheinen. Nach einiger Zeit tauchen die ersten Pinguine aus dem Wasser auf. Erst einzelne, sammeln sich in kleinen Gruppen und beginnen dann, den Strand hinauf zu laufen, geradewegs durch die Tribünen hindurch. Und während am Strand immer mehr Tiere aus dem Meer kommen, erhebt sich zwischen den Dünen das Geschrei der vielen Pinguin-Jungen, die ihre Eltern freudig begrüßen. Vorhin, auf dem Hinweg, herrschte dort vollkommene Stille.

22. Oktober 2002

Wir sind erst spät in der Nacht wieder zurück im Hotel gewesen. Deswegen haben wir diesen Tag etwas ruhiger angehen lassen. Nochmal ein ausgedehnter Bummel durch die Stadt. Besuche in den beiden Kirchen St. Paul's und St. Patrick's. Am Abend hieß es dann Packen. Gegen 20:30 Uhr fährt der Bus Richtung Adelaide ab.

Adelaide »