Am späten Vormittag erreichen wir Darwin. Das erste, was auffällt, ist das Klima. Es ist zwar nicht so heiß wie in Alice Springs, aber wesentlich feuchter und damit schwerer zu ertragen. Wir haben etwa 32°C und 100% Luftfeuchtigkeit.
Die Stadt selbst ist schön. Sie liegt auf einer Halbinsel und ist an drei Seiten vom Meer umgeben. Viele Bäume und Palmen stehen entlang der Straßen. Im Südwesten erstreckt sich ein ausgedehnter Park zwischen der Esplanade und dem Meer. Nördlich der Innenstadt schließt sich der Botanische Garten an.
Darwin ist die Hauptstadt des Northern Territory. Die Stadt hat gut 100.000 Einwohner und wächst rasant. Die nächste größere Stadt ist das 3.000 km entfernte Adelaide an der Südküste Australiens. Darwin wurde 1869 gegründet. Zum ersten Mal eine größere Bedeutung erlangte die Stadt zwei Jahre später, als die Australian Overland Telegraph Line zwischen Darwin und Port Augusta im Süden in Betrieb genommen wurde. Im folgenden Jahr wurde die Verbindung zur Indonesischen Insel Java eingeweiht. Damit bestand zum ersten Mal eine direkte Telegraphenverbindung zwischen England und den wirtschaftlichen Zentren in Südaustralien.
An Weihnachten 1974 wurde die Stadt durch den tropischen Wirbelsturm Tracy getroffen. Die meisten Häuser wurden zerstört, etwa 20.000 Menschen wurden obdachlos. Einige Häuser, wie zum Beispiel die Palmerston Town Hall, erinnern noch heute an die Tragödie. Ursprünglich wollte die Australische Regierung die Stadt nicht wieder aufbauen. Aber die Einwohner sind spontan in ihre zerstörte Stadt zurückgekehrt.
Heute ist Darwin, nicht zuletzt aufgrund der Nähe zu den asiatischen Zentren, die am stärksten wachsende Wirtschaftsregion des Landes. Die Stadt gilt als die multikulturelle Hauptstadt Australiens.
Den Vormittag verbringen wir vor allem damit, uns durch das riesige Angebot an organisierten Touren zu wühlen. Die Wahl fällt auf eine mehrtägige Tour in den Kakadu National Park. Nachdem alles geregelt ist, schlendern wir wieder durch die Stadt und an der Esplanade entlang. Am Abend erleben wir von Ferne unser erstes tropisches Gewitter. Darwin zählt zu den blitzreichsten Regionen der Erde. Leider ist das Gewitter relativ weit weg und die Wolken verhindern eine bessere Sicht.
Unser erster Anlaufpunkt heute morgen ist "Aquascene" am Nordende der Esplanade, direkt am Wasser. Allerdings wollen wir uns dort nicht die tägliche Fischfütterung anschauen, sondern das Ufer von "Doctors Gully". Gestern waren wir bei Hochwasser hier und nun wollen wir die selbe Stelle einmal bei Niedrigwasser erleben. Der Tidenhub beträgt hier nämlich mehrere Meter.
An den meisten Stellen in Darwin ist das Ufer relativ steil, aber hier ist es flach und steinig. So kann man ohne Probleme weit hinaus laufen, um zu beobachten, wie sich die Tiere und Pflanzen mit dem wechselnden Wasserständen arrangiert haben.
Von Doctors Gully aus laufen wir am Ufer entlang Richtung Hafen. Unterwegs braut sich mal wieder ein kurzer Regenschauer zusammen. Man kann geradezu zuschauen, wie sich die Regenwolken aufbauen. Innerhalb weniger Minuten verdunkelt sich der Himmel. Dann regnet es für kurze Zeit und nach einer knappen halben Stunde ist alles vorbei. Wir sind klitschnass und freuen uns, dass die Sonne rauskommt und uns wieder trocknet. Im Laufe des Tages wiederholt sich der Wechsel noch mehrere Male und schafft immer wieder neue Stimmungen.
Mit diesen Wechseln zwischen Sonnenschein und kurzen, aber heftigen Regen geht unser erster Aufenthalt in Darwin zu Ende. Am Abend packen wir ein paar Sachen für die nächsten Tage, den Rest können wir im Hostel unterstellen. Morgen früh fahren wir los Richtung Kakadu National Park.